Cannabis für die Frauen

Mit der Cannabislegalisierung dauert es leider noch. Die Politik meint, das Thema auf die lange Bank schieben zu können, warum auch immer. Anstatt dass man es wagt und ein Scheitern im Bundesrat riskiert, wird taktiert und konsultiert. Je mehr Zeit ins Land geht, desto gravierender wird das Problem, denn man weiß nicht, wie lange es die Liberalen noch in der Regierung aushalten.

Im Internet wird dieser Tage viel an alten Männern herumkritisiert. Sie wüssten nicht, wann es mit dem Flirten zu viel sei.

Eine unangenehme Wahrheit: das sind nicht nur die alten Männer. Das sind auch junge Männer. Dazu gehören auch die Straßenhändler, die oftmals eine patriarchale Denkweise an den Tag legen, weil sie roh und ungebildet sind und aus gefährlichen Verhältnissen kommen.

Die männlichen Hanfaktivisten pressiert das Thema nicht. Wir Frauen sollen Ruhe geben, weil die Straßenhändler ja arme Opfer seien. Und die Legalisierung sei ja bald da, da müsse man das Thema nicht mehr aufmachen…

Ja und Nein. Es ist unerträglich, dass ich mich bei jedem Straßeneinkauf anflirten lassen muss. Gerade traumatisierte Frauen, die Cannabis zur Beruhigung nutzen, sind hier gefährdet. In der Folge habe ich weniger Gras, weil die Angst bei jedem Einkauf mitgeht. Oft sage ich mir, das lasse ich dann lieber, dann nehme ich eben doch lieber Schlafmittel. Ist das gerecht oder gar ein gleiches Geschlechterverhältnis? Aber ganz bestimmt nicht.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Wir Kiffer sind Drogenpack, das an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird und dessen Wohlergehen die Normgesellschaft eher nicht interessiert. Wir sind anders und werden daher ausgegrenzt. Unser Leid interessiert die Politik offenbar nicht, das Gute und das Schlechte unserer Leben und das besondere Leid der Frauen wird um so mehr totgeschwiegen. Angesichts solcher Zustände wundert es vielleicht doch nicht so sehr, dass es so wenige Frauen gibt, die sich in der Hanfszene bewegen wollen.

Das Cannabisverbot ist Unrecht, rassistisches Unrecht. Dennoch ist der Hang zu jeder Droge, und dazu gehört auch das Cannabis, ein Problem, das in die Konsumierenden einbeschrieben ist. Cannabis beruhigt und hilft bei allerlei Problemen, zuallererst bei Schlafstörungen. Nach der Legalisierung wird keiner mehr in die Drogerie gehen, um Melatonin zu kaufen, prognostizierte ein Freund. Wir sind alle Opfer, Trauma, Gewalt und ungerechte Verhältnisse. Deswegen kiffen wir.

Die Legalisierung muss auch für die Frauen kommen. Und sie muss schnell kommen. Jeder Tag, der ins Land geht, heißt ein Tag mehr Flirten, Belästigung und auch Vergewaltigung jener, die zu den sexistischen Straßenhändlern gehen. Straßenhändler, die die traumatisierten Frauen nur zu gut kennen und wissen, wie sie sie ausnutzen. Einmal Opfer, immer Opfer – und Kirsten Kappert-Gonther, ihres Zeichens Psychiaterin, drogenpolitische Sprecherin der Grünen und “Feministin”, will von geschlechtersensibler Drogenpolitik nichts wissen.

Jeder Tag ist zu viel. Jeder Tag, an dem das weitergeht, gefährdet uns Frauen und Kirsten Kappert-Gonther trägt mit ihrer Politik dazu bei, dass Frauen, die einen schwachen Willen haben, belästigt, abgezogen und vergewaltigt werden.

Legalisierung jetzt. Für die Sicherheit der Frauen.

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